Wenn sich Geschichte wiederholt

Chronologie der Maßnahmen in Österreich:

Spanische GrippeCoronavirus
Nachdem sich die Krankheit bereits bis nach Wien verbreitet hat, wird am 22. Juni 1918 angeordnet, dass Personen, die in Tirol ein Sommerhaus besitzen, sich nicht dorthin begeben sollen.
 
Oktober 1918: Erste großflächige angelegte Hygienemaßnahmen werden verordnet. So müssen öffentliche Verköstigungseinrichtungen (Ausspeisungen) täglich eine Stunde lüften. Zusätzlich soll man sich häufig im Freien aufhalten, da frische Luft gegen die Grippe helfen soll.
 
Anfang Oktober: Schulen werden für acht Tage gesperrt.
Nach ersten Überlegungen sollten nur jene Klassen gesperrt werden, in denen rund 15 Prozent der Kinder erkrankt waren und die anderen Klassen offenbleiben.
 
Ab 18. Oktober: Schließung aller Kindergärten und Vergnügungslokale (z.B. Theater, Kino, Cafés, Restaurants) sowie Pferderennen und auch Kirchen.
 
Vom 21. Oktober bis 4. November 1918 werden alle Schulen, Gymnasien und Volkschulen gesperrt. Es kommt zur Einrichtung von Epidemiespitälern.
 
Praktische Ärzte werden mit einer Notration der gängigsten Arzneien wie Aspirin ausgestattet, um die Apotheken zu entlasten.

Die meisten heutigen Impfungen stammen aus der 2. Republik und daher war dieser Aspekt keine Lösung, um das Virus der Spanischen Grippe unter Kontrolle zu bringen.
Anfang März: Erster harter Lockdown (Schließungen Schulen, Handel, Hotels, Restaurant, Kultur etc.)

16. März: Schließung aller Oberstufenklassen (ab der 9. Schulstufe)

18. März: Schließung der übrigen Schulen (Volksschulen, Neue Mittelschulen und AHS-Unterstufe)

Ende Mai: Kleine Kulturveranstaltungen dürfen wieder öffnen sowie Hotels, Pensionen, Campingplätze und Schutzhütten.

Mitte Juni: Die Mund-Nasen-Schutz-Pflicht in der Öffentlichkeit fällt großteils.

25. Juli: Verschärfung der Maßnahmen (z.B. erneuter Mund-Nasen-Schutz in Supermärkten, Banken und Post)
 
4. September: Ein Corona-Ampel-System startet seinen Betrieb, um Gebiete in grün, gelb, orange und rot einzuteilen. Dieses soll die Bevölkerung über das Infektionsrisiko in einer bestimmten Region informieren.
 
14. September: Bundesweite Maskenpflicht in Handel, Gastronomie und bei jeglicher Form des Kundenkontakts. Die Besucherzahlen von Indoor- sowie Outdoor-Veranstaltungen werden beschränkt.
 
3. November: Inkrafttreten Lockdown light und Ausgangssperren (20 Uhr bis 6 Uhr)
 
17. November bis 6. Dezember: Zweiter harter Lockdown (Schließung Schulen, Handel, Hotels, Restaurant, Kultur etc.) und Ausgangssperren
 
26. Dezember bis 24. Jänner: dritter harter Lockdown

Jänner 2021: Impfstart für Risikopatienten, Altenpfleger und medizinisches Personal
 

Parallelen: Die Einrichtung von Epidemiespitälern erwies sich als problematisch, da es nicht nur einen Mangel an Ärzten gab, sondern auch ein Defizit an Betten und medizinischem Bedarf. Aufgrund der Knappheit von Ausstattung wurden etwa Mullbinden von toten Patienten erneut verwendet, anstatt das Verbandsmaterial zu entsorgen. Die Spitäler waren nicht nur mit Kriegsverletzen überfüllt sondern auch von Kranken aus dem Alltag. Dies lässt sich auf die sozialen und hygienischen Bedienungen von damals zurückführen.

Auch am Anfang der Coronapandemie gab es Probleme mit der Ausrüstung für medizinisches Personal wie FFP2-Masken und auch Einwegmasken für die Bevölkerung gab es zu wenig. Wie in 1918 war die Kapazität an Ärzten und sonstigen medizinischem Personal bald erreicht und die Gefahr einer Überlastung des Gesundheitssystems besteht.

Wie man in der Tabelle oberhalb ablesen kann, sind zwischen den damaligen Maßnahmen für die Spanische Grippe und dem Coronavirus viele Parallelen festzustellen. Laut Angetter-Pfeiffer sind „solche Lockdowns oder Shutdowns nicht neu. Das hat es also eigentlich schon zu Pestzeiten gegeben. Es war gang und gebe, dass gewisse Plätze gesperrt worden sind, dass gewisse Vorkehrungen getroffen worden sind, wie man Häuser zu reinigen hat, auszuräuchern hat … “

Collage aus Artikel-Überschriften zum Coronavirus zu

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