Wenn sich Geschichte wiederholt

Das Virus und die Öffentlichkeit

Da die Spanische Grippe während des Ersten Weltkriegs ausbrach, fiel die Berichterstattung über die Krankheit vielfach der Vorzensur zum Opfer oder ging aufgrund von Meldungen der Front unter. Nicht zuletzt fiel das Kriegsende mit dem Höhepunkt der zweiten Welle zusammen.

Selbst Alltagsgeschehnisse überschatteten Meldungen über die Spanische Grippe. Caroline Eiber weist mit ihren Kollegen beispielweise auf die Titelseite der New York Times: Die dortige Headline handelte von einem Autounfall, währenddessen allerdings bereits täglich tausende Menschen an den Folgen des Virus starben.

Zu einer ungewöhnlichen Theorie über die Verbreitung des Virus kam es bereits damals. Laut Angetter-Pfeiffer ging die Verschwörungstheorie herum, dass die Spanische Grippe durch Impfungen übertragen wird. Diese Spekulation wurde verbreitet, obwohl es 1918 noch keine Grippeimpfung gab und bis dato nur die Pokenimpfung existierte. Auch zu Protesten kam es zu dieser Zeit. So wurde an der Westküste die Anti-Mask League of San Francisco gegründet. Hier handelte es sich um eine Gruppierung, die gegen die gesetzten Maßnahmen der Gesundheitsbehörde waren.


Während es zu den Zeiten der Spanischen Grippe öfters zur Unterdrückung der Influenza-Berichterstattung kam, ist dies bei Corona vollkommen anders. Bereits bei dem Aufkommen des noch nicht identifizierten Coronavirus, gab es erste Berichte über eine mysteriöse Lungenkrankheit in Wuhan. Seitdem sich die Fälle häufen und auch andere Länder immer mehr Infizierte registrieren, ist die tägliche Berichterstattung meist von Corona bestimmt.

Mit dem Auftauchen des Coronavirus folgten viele Verschwörungstheorien. Auch Demonstrationen gegen Maßnahmen, gab es in vielen Ländern zuhauf so auch in Österreich.

Collage aus Artikel-Überschriften zum Coronavirus zu

Wissen heißt nicht Glauben

Wissen ist so zugänglich wie noch nie zuvor, trotzdem gibt es Zweifel an Fakten. Wie kann es sein, dass man theoretisch fast alles wissen kann, aber es nicht glauben will? Ein Interview mit der Wirkungsforscherin Sophie Lecheler. Von Franziska Schwarz.