Wenn sich Geschichte wiederholt

Das Ende?

Spanische GrippeCoronavirus
So schnell wie die Spanische Grippe kam, so schnell verschwindet sie 1919 wieder. Eine genaue Erklärung dafür gibt es nicht. Eine Vermutung legt nahe, dass inzwischen ein Großteil der Bevölkerung eine Immunisierung entwickelt hatte und sich das Virus so nicht mehr ausbrechen konnte.
 
Eine andere Theorie besagt, dass es sich um einen Klimaprozess handelte. Ob diese Theorie haltbar ist, ist nicht sicher. Was bekannt ist, ist dass das Virus im Winter beständiger ist, als in wärmeren Monaten.
 
Die Spanische Grippe hat weltweit 50 bis 100 Millionen Menschenleben gefordert. In Österreich starben nach Schätzungen 21.000 Menschen daran.
 
Das Influenzavirus lässt sich bis dato mit kaum einer anderen Seuche vergleichen.
 
War die Pest meist jahrelang verteilt aktiv, blieb die Spanische Grippe nur wenige Monate auf der Bildfläche. Doch in diesem Zeitraum tötete sie so viele Menschen wie keine Seuche je zuvor. Selbst in beiden Weltkriegen zusammen gab es keine so hohe Opferzahl.
Ein Ende des Coronavirus ist noch nicht in Sicht. Derzeit ruhen die Hoffnungen auf den zugelassenen Impfstoffen von Biontech-Pfizer, Astra Zeneca und Moderna. In England wurde das Biontech-Pfizer Präperat bereits Anfang Dezember 2020 zugelassen, kurz darauf, am 12. Dezember, folgten die USA und die Europäische Union am 21. Dezember.

Wann das Virus verschwunden sein wird und ob es je verschwinden wird, lässt sich zum gegebenen Zeitpunkt nicht sagen. Zu unsicher sind zahlreiche Faktoren wie Impfbeteiligung, Effektivität von Maßnahmen, oder erneute Mutation des Virus. Auch Angetter-Pfeiffer wagt es nicht, eine Prognose zu stellen, wie es weitergehen wird.

Bisher starben am Coronavirus weltweit über 1,6 Millionen Menschen. Stand 12/20 sind in Österreich bisher über 6.500 Personen, die am Virus erkrankt waren, verstorben.

Im Hinblick auf die Auswirkungen der Pandemie kann keine klare Trennung der wirtschaftlichen Faktoren der Spanischen Grippe und des Ersten Weltkrieges vorgenommen werden. Zu wirtschaftlichen Einbrüchen kam es jedenfalls nicht nur wegen des Krieges, sondern auch aufgrund von zahlreichen Schließungen, vor allem im Kultursektor.

Hier lassen sich Parallelen zum aktuellen Coronavirus feststellen. Durch die Verhängung von Corona-Maßnahmen kommt es auch derzeit zu Teils schwerwiegenden ökonomischen Einschnitten.

Der wohl gravierendste Unterschied zwischen Spanischer Grippe und Coronavirus betrifft das Verantwortungsbewusstsein der Menschen, so Angetter-Pfeiffer. Es herrscht eine größere Leichtsinnigkeit. Der Glaube an die eigene Unverwundbarkeit oder die Überlegenheit der modernen Medizin kann leicht zum Verhängnis werden. Daniela Angetter-Pfeiffer ist jedenfalls überzeugt, dass das Verständnis der Situation damals höher war.

Collage aus Artikel-Überschriften zum Coronavirus zu

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